Play Store ohne Zwang: Google erlaubt externe Zahlungen für Android-Apps

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Play Store ohne Zwang: Google erlaubt externe Zahlungen für Android-Apps

Wer Handytarife vergleicht, achtet meist auf Grundgebühr, Datenvolumen und Roaming. Doch auch abseits des Tarifs verändert sich gerade etwas an den laufenden Kosten rund ums Smartphone: Seit dem 30. Juni 2026 muss nicht mehr jede App-Zahlung über Google laufen.

Die Nachricht in Kürze: Google öffnet den Play Store in den USA, im Europäischen Wirtschaftsraum und in Großbritannien für externe Bezahlmethoden. Entwickler dürfen Nutzer künftig auf eigene Zahlungsseiten weiterleiten, statt zwingend Google Play Billing zu verwenden. Für Nutzer ändert sich der Kaufprozess kaum – für App-Anbieter dagegen die komplette Kostenstruktur ihres Geschäftsmodells.

Zwölf Jahre feste Regel – jetzt fällt sie

Bis Ende Juni 2026 galt im Play Store eine einfache, aber starre Regel: Jeder digitale Kauf innerhalb einer Android-App musste über Googles eigenes Bezahlsystem abgewickelt werden. Wer Abos, virtuelle Güter oder Premium-Funktionen verkaufte, hatte keine Wahl. Auslöser für die Änderung war unter anderem der juristische Streit zwischen Epic Games und Google, der Google zu mehr Öffnung im Play Store verpflichtet hat.

Seit dem 30. Juni 2026 dürfen Entwickler in drei Regionen – den USA, dem EWR und Großbritannien – erstmals auf alternative Zahlungswege oder direkt auf die eigene Website hinweisen. Für App-Nutzer bedeutet das: Statt der App-internen Kaufabwicklung landet man bei manchen Apps künftig auf einer externen Bezahlseite des Anbieters.

Für Nutzer

Der Kaufprozess kann sich bei einzelnen Apps ändern: Statt der Google-Zahlungsmaske erscheint gelegentlich eine externe Checkout-Seite des App-Anbieters. Die eigentliche Nutzung der App bleibt unverändert.

Für App-Anbieter

Es entsteht erstmals ein wirtschaftlicher Spielraum, Kosten zu senken – allerdings nur, wenn die Abrechnung außerhalb des Play Stores technisch und organisatorisch sauber gelöst ist.

Was das für die Kosten von Apps und Abos bedeutet

Für Leserinnen und Leser, die ohnehin genau hinschauen, wo beim Smartphone Geld gespart werden kann, lohnt sich ein Blick auf die Gebührenlogik hinter der Änderung. Google verlangt weiterhin eine Servicegebühr von 10 % auf die ersten 1 Million US-Dollar Jahresumsatz eines Entwicklers – und zwar unabhängig davon, welches Zahlsystem am Ende genutzt wird. Diese Grundgebühr entfällt also auch bei externer Zahlung nicht. Was jedoch wegfällt, ist eine zusätzliche Abrechnungsgebühr von 5 %, die bisher bei jeder Zahlung über Google Play Billing anfiel.

Zahlungsweg Gebühren an Google
Kauf über Google Play Billing 10 % Servicegebühr + 5 % Abrechnungsgebühr = 15 %
Kauf über externe Bezahlseite 10 % Servicegebühr, keine zusätzliche Abrechnungsgebühr
Ab 1 Mio. USD Jahresumsatz (Neuinstallationen) 20 % auf neue In-App-Käufe, 10 % auf Abonnements

Zu beachten: Ob und in welcher Form ein Preisvorteil an Nutzer weitergegeben wird, entscheidet allein der jeweilige App-Anbieter. Eine automatische Verbilligung von Abos oder In-App-Käufen ist mit der Regeländerung nicht verbunden.

Warum die Umstellung für App-Anbieter mehr ist als ein Zahlungslink

Wer als Betreiber einer App oder eines mobilen Dienstes über eine Umstellung nachdenkt, sollte nicht unterschätzen, was Google Play Billing bisher automatisch im Hintergrund erledigt hat: Abo-Verlängerungen, Stornierungen bei fehlgeschlagenen Zahlungen, Statusmeldungen an die App und die Kaufbelege für Nutzer. Ein einfacher Zahlungslink zu einem Anbieter wie Stripe oder PayPal deckt davon nur den reinen Geldeingang ab.

Für eine funktionierende externe Abrechnung braucht es deshalb in der Regel eine eigene Verwaltungsebene, die folgende Punkte übernimmt:

  • Automatische Verlängerung und Kündigung von Abos außerhalb des Play Stores
  • Mahnwesen bei fehlgeschlagenen Zahlungen, inklusive Wiederholungsversuchen
  • Rückmeldung des Zahlungsstatus an die App, damit Funktionen korrekt freigeschaltet werden
  • Ordnungsgemäße Rechnungsstellung gegenüber den Nutzern

Fakturia übernimmt die externe Abrechnung für Android-Apps

App-Anbieter, die diesen Weg gehen wollen, müssen die genannten Aufgaben nicht selbst programmieren. Die deutsche Subscription-Management-Plattform Fakturia bildet Abo-Verwaltung, Zahlungseinzug über mehrere Payment-Provider, Mahnwesen und Rechnungsstellung automatisiert ab und meldet den Zahlungsstatus per API an die App zurück – betrieben in einem TÜV-zertifizierten Rechenzentrum in Nürnberg.

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Fazit: Mehr Wahlfreiheit, aber kein Selbstläufer

Die Öffnung des Play Stores für externe Zahlungen ist ein Fortschritt für App-Anbieter, die bislang keine Alternative zu Googles Bezahlsystem hatten. Für Nutzer bleibt die Änderung im Alltag meist unsichtbar – ob sich daraus günstigere Abos ergeben, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Wer als Entwickler oder Betreiber einer App selbst umstellen möchte, kommt um eine saubere technische Lösung für Abo-Verwaltung und Buchhaltung nicht herum.

Häufige Fragen zur Play-Store-Änderung

Werden Apps jetzt automatisch günstiger für mich als Nutzer?

Nicht automatisch. Ob ein App-Anbieter die eingesparte Abrechnungsgebühr an Nutzer weitergibt, liegt allein in dessen Entscheidung.

Ändert sich für mich als App-Nutzer der Kaufvorgang?

Möglicherweise. Statt der gewohnten Google-Zahlungsmaske kann bei manchen Apps künftig eine externe Bezahlseite des Anbieters erscheinen.

Gilt die Neuregelung weltweit?

Nein, zunächst nur in den USA, im Europäischen Wirtschaftsraum und im Vereinigten Königreich.

Muss Google trotz externer Zahlung weiterhin bezahlt werden?

Ja, Google erhebt weiterhin eine Servicegebühr von 10 % auf die ersten 1 Million US-Dollar Jahresumsatz, unabhängig vom gewählten Zahlsystem.

Wie können App-Anbieter die externe Abrechnung technisch umsetzen?

Über eine Subscription-Management-Plattform wie Fakturia, die Zahlungseinzug, Abo-Verwaltung, Mahnwesen und Rechnungsstellung automatisiert und den Status per API an die App zurückmeldet.

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